YADEGAR ASISI PANORAMA
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Weihnachten im geteilten Berlin

December 22, 2018

 

 

Alle Jahre wieder feiert man in Deutschland vom 24. bis 26. Dezember Weihnachten. Es zählt zu den wichtigsten Feierlichkeiten und wird als das Fest der Liebe bezeichnet. Um die Weihnachtsfeiertage rücken die Familien und Freunde wieder enger zusammen. Gemeinsam werden der Tannenbaum und die Wohnung weihnachtlich geschmückt. Festtagsgerichte werden gekocht und alle sitzen an einem Tisch während im Hintergrund Weihnachtsmusik läuft. Das Weihnachtsgebäck und die Geschenke lassen vor allem Kinderaugen strahlen und über einem Spaziergang über den Weihnachtsmarkt freuen sich auch die Erwachsenen.


Was für uns so selbstverständlich klingt war von 1961 bis 1988 für die Berliner Bevölkerung auf einmal nicht ohne Hindernisse möglich. Durch die Teilung Berlins in Ost- und West-Berlin mussten Familien und Freunde getrennt voneinander das Weihnachtsfest feiern, da man sich nun nicht mehr frei und ungehindert besuchen konnte. Bei vielen kam erst gar keine Weihnachtsstimmung auf, denn aus dem einstigen Familienfest ist ein Fest ohne die Liebsten geworden. Mit verschiedenen Aktionen hatte die Bevölkerung ihren Wunsch nach Wiedervereinigung geäußert…


Am 17. Dezember 1961 wurden am späten Nachmittag in West-Berlin entlang der Mauer Kerzen an mehr als 1000 Weihnachtsbäumen entzündet. Mit der Aktion „Licht an die Mauer“ sollte die Verbundenheit aller Deutschen unterstreicht werden. Aus Protest gegen die Aktion bewarfen DDR-Grenzpolizisten in den Folgetagen die leuchtenden Weihnachtsbäume mit Steinen.

 

Eine am Vortag auf Band gesprochene Weihnachtsansprache von dem regierenden Bürgermeister Willy Brandt wurde am 24.12.1961 per Lautsprecher vom „Studio am Stacheldraht“ Richtung Osten abgespielt.
Auch der amerikanische Präsident John F. Kennedy wandte sich am 25.12.1961 in einer im SFB ausgestrahlten Sendung direkt an die Menschen.

Am 24. Dezember 1962 folgten viele West-Berliner dem Aufruf des Kuratoriums Unteilbares Deutschland und stellten brennende Kerzen in ihre Fenster, um ihren ungebrochenen Willen zur Wiedervereinigung zu demonstrieren.
Am 17. Dezember 1963 trat das erste Passierscheinabkommen zwischen dem West-Berliner Senat und dem Ost-Berliner Behörden in Kraft. Etwa 730.000 West-Berliner nahmen lange Wartezeiten bei der Antragstellung in Kauf, um erstmals wieder ihre Ost-Berliner Verwandtschaft über Weihnachten und Neujahr 1963/64 zu besuchen. Zumindest konnten ab da an West-Berliner mit Hilfe des Passierscheinabkommens zukünftig die Ost-Berliner Verwandtschaft und Freunde besuchen.
Trotz der Schwierigkeiten ist der Kontakt zwischen Ost und West nicht abgerissen. Einige West -Berliner besorgten sich einen bundesdeutschen Pass, der einem ermöglichte als Besucher in Ost-Berlin einzureisen oder die West-Berliner versorgten ihre Familien und Freunde mit aus dem Westen geschickten Paketen.

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