YADEGAR ASISI PANORAMA
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29 Jahre Mauerfall

November 8, 2018

 

Auf der Panzermauer am Brandenburger Tor, Aufnahme 9./10. November 1989 (Foto: Bundesregierung, Fotograf: Klaus Lehnartz)

 

Zum diesjährigen Jubiläum können wir uns darüber freuen, dass die Mauer nun 1 Jahr länger nicht mehr steht, als sie einst gestanden hat.
In der Nacht vom 09. zum 10. November war die Stadt Berlin der Mittelpunkt der Welt. Wer in dieser Nacht an den Berliner Grenzübergängen dabei war, wird die grenzenlose Glückseligkeit, die riesige Wiedersehensfreude und die Vereinigung der Menschen aus beiden Teilen Berlins nie vergessen. Die anfängliche Ungläubigkeit, die Grenzübergänge ohne Kontrollen und ohne sonstige bürokratische Hindernisse überqueren zu können, wurde durch die Realität entkräftigt. Gesetze und Hüter waren in dieser Nacht funktionslos.
Der Andrang der Besucher legte den kompletten Autoverkehr in der Innenstadt lahm. Die BVG war aufgrund der überfüllten Bahnhöfe nicht mehr in Lage den U-Bahnbetrieb reibungslos abzuwickeln und die Stadtreinigung kam mit der Beseitigung der Abfallberge nicht mehr hinterher.
Vorausgegangen waren mutige Massendemonstrationen gegen die Regierung und das System, mit dem das Volk in der DDR die SED-Führung zur Öffnung der Grenzen und somit auch zum Mauerfall zwang.
Yadegar Asisi war am Abend des 9. Novembers ebenfalls in Berlin: 
„Wie wohl viele andere, erinnere ich mich heute noch sehr genau daran, wie ich diesen Tag damals erlebte: Ich arbeitete in meinem Atelier. Freunde, die zu Besuch waren, schalteten den Fernsehapparat ein und fingen plötzlich laut zu schreien an: „Die Mauer ist weg! Die Mauer ist weg!“ Reflexartig rannten wir auf die Straße, sprangen in meinen Renault-Kastenwagen und fuhren unter lautem Getöse in Richtung Grenze. Erste Station war die Oberbaumbrücke in Kreuzberg. […] Also war jetzt das Ziel aller Ziele das Brandenburger Tor. Auf der Mauer standen zahllose Menschen. Mir war bis dahin nicht klar gewesen, dass hier die Mauerkrone so breit war, dass so viele Menschen dort Platz fanden. Auch wir kletterten hinauf und überlegten, ob wir auf die Ostseite hinunterspringen sollten. Ein Freund aus unserer Gruppe war 5 Tage zuvor noch aus dem Gefängnis in der DDR in den Westen abgeschoben worden. Er schrie laut: „Ich komme doch gerade von dort, jetzt soll ich wieder hin!?“ Aber wie wir alle, ließ auch er sich fallen. Jetzt stand ich nur wenige Meter vom Brandenburger Tor entfernt. […] Es war wie in einem Rausch, allerdings ganz ohne Alkohol. Es war ein Gefühl größter Überwältigung, ein Gefühl größter Freude.“
Ereignisse mit solch einer weltgeschichtlichen Bedeutung sind selten und verdienen gerade deshalb jedes Jahr aufs Neue unsere Aufmerksamkeit. Die Mauer, die die Stadt und die darin lebenden Menschen 28 Jahre voneinander getrennt hat, ist heute zugleich historisches Bauwerk und ein Relikt des kalten Krieges. Im kommenden Jahr jährt sich der Mauerfall zum 30. Mal. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums werden 2019 zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte stattfinden. Einen ersten Einblick in das vielfältige Kulturprogramm gibt es hier:
https://www.visitberlin.de/de/veranstaltungen-30-jahre-mauerfall

 

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