Schon gewusst? Was hat es mit dem Aprilscherz am 1. April auf sich?


Seit Jahrhunderten werden Leute am 1. April mit einem Aprilscherz in den April geschickt. Als Aprilscherz bezeichnet man den Brauch, am 1. April, seine Mitmenschen durch erfundene oder verfälschte Erzählungen oder Informationen in die Irre zu führen und so „zum Narren“ zu halten. Als Auflösung des Schwindels dient zumeist der Ausruf „April, April“.

Aber woher stammt dieser Brauch eigentlich?

Die Herkunft des Aprilscherzes ist nicht einfach festzumachen und es existieren unterschiedliche Erklärungsmöglichkeiten. Erstmals historisch überliefert ist die Redewendung „Jemanden in den April schicken“ im Jahr 1618 in Bayern. Mit den europäischen Auswanderern gelangte diese Tradition auch nach Nordamerika. In Grimms Deutschen Wörterbuch von 1854 ist zwar bereits, „der Aprilsnarr“ verzeichnet, aber noch nicht der Aprilscherz.

Hier die bekanntesten Herkunftsideen:

Münztag:

Auf dem Augsburger Reichstag von 1530 sollte unter anderem auch das Münzwesen geregelt werden. Doch trotz Ankündigung fand der Münztag nicht statt. Viele Spekulanten hatten jedoch auf diesen Tag gesetzt, verloren viel Geld und wurden ausgelacht. König Karl IX:

Die wohl glaubwürdigste Variante bezieht sich auf eine 1564 durchgeführte Kalenderreform des französischen Königs Karl IX. Der Wechsel vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender sorgte für viel Verwirrung. Der Beginn des neuen Jahres wurde damals eine Woche lang vom 25. März bis 2. April gefeiert. König Karl IX verlegte den Jahresanfang auf den 1. Januar. Menschen, die den Jahresbeginn dennoch weiter wie bisher feierten, wurden in den Folgejahren mit Spott bedacht. Spaßvögel verschickten etwa zum Apriltag Einladungen zu Neujahrsfeiern, die es natürlich nicht mehr gab. Narrenball:

Im 17. Jahrhundert soll der französische König IV und Frauenheld, angeblich an einem 1. April, eine schriftliche Einladung für ein heimliches Treffen in einem Lustschloss von einem Mädchen aus dem Volk erhalten haben. Als Heinrich zu dem Tête-à-Tête erschien wurde er nicht von dem geheimnisvollen Mädchen erwartet, sondern von dem gesamten Hofstaat und seiner Gemahlin Maria von Medici begrüßt. Sie dankte dem König, dass er Ihrer Einladung zum Narrenball gefolgt sei. Der 1. April als Unglückstag:

Im Volkglauben der Antike gab es eine Vielzahl von angeblichen Unglückstagen (vgl. Freitag, der 13), zu denen regelmäßig auch der 1. April zählte. Manche biblischen Überlieferungen besagen, dass an diesem Tag der Himmels- oder Engelsturz stattfand. Satan wurde aus dem Himmel gestoßen und zog in die Hölle ein. Zudem gilt der 1. April als der Geburtstag von Judas Ischariot, der Jesus von Nazareth verriet.

Der Aprilscherz in der heutigen Zeit:

Obwohl es die Tradition des Aprilscherzes in den meisten europäischen Ländern sowie in Nordamerika verbreitet ist, ist der Aprilscherz irgendwie auf dem Rückzug. In Italien und Frankreich werden ahnungslosen Mitmenschen heimlich sogenannte „Aprilfische“ aus Papier mit lustigen Sprüchen an den Rücken gehängt. In England darf man als traditionsbewusster Brite nur bis mittags Scherze machen und in den USA werden wie in Deutschland auch hauptsächlich Freunde, Familienmitglieder und Arbeitskollegen in den April geschickt. Im Gegensatz zu Deutschland erfreuen sich die Amerikaner allerdings an Karten mit der Aufschrift „April Fool’s Day“.

Aber hat der Aprilscherz noch eine Zukunft oder ist er vom Aussterben bedroht?

Der Brauchtums-Forscher Manfred Becker-Huberti hat eine Vermutung ausgesprochen: „Es gibt beim Aprilscherz keine zu organisierenden Massenveranstaltungen, keinen Alkoholkonsum, keine vorgeschriebenen Festformen, die industriemäßig produziert und verkauft werden könnten oder auch nur eine Blumenschenkpflicht, die sich ausnutzen ließe. Die Kommerzialisierung des Aprilscherzes ist also nicht gegeben, weshalb er auch nicht vermarktet wir.“ Vom Aussterben bedroht ist der Brauch nicht, aber er verlagert sich vermehrt ins Internet und auch die Medien schicken ihre Leser und Zuschauer regelmäßig in den April.

Eine Auswahl bekannter Beispiele für medial inszenierte Aprilscherze in Berlin:

Die Berliner Goldelse bekommt einen Platz im Museum

Die Goldelse auf der Siegessäule ist zwar ein Wahrzeichen – doch der Verkehrssicherheit wegen muss Sie nun ihren Platz räumen. Aufgrund ihrer glänzenden Optik seit der Neuvergoldung im Jahr 2011 sei es massenhaft zu Autounfällen gekommen. Nun soll die Statue Viktoria ein neues Zuhause in einem Berliner Museum bekommen. Die Berliner U-Bahn verzichtet auf Sitzplätze

„Smart Economy“ - Eine neue Service-Offensive der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) soll eingeführt werden. Die Sitze der U-Bahnen werden ausgebaut, um die steigenden Passagierzahlen unterzubekommen. Unterkünfte im Tierpark Berlin für Kirchentagsbesucher

Für die Besucher des Evangelischen Kirchentags in Berlin fehlen noch 4500 Betten. Der Tierpark Berlin springt ein und bietet „eine exotische Unterkunft“ im Dickhäuterhaus, wie die Vorbereiter des Kirchentags berichteten. Kuscheln mit Nashörnern, Seehunden und Elefanten. Die Nähe zu den Tieren soll den Besuchern den Wert der Schöpfung noch einmal verdeutlichen.

Wer noch mehr zum Thema „in den April schicken“ wissen möchte, findet hier brauchtum.de/aprilscherz weitere Informationen. Quelle: Ist der Aprilscherz ein gebürtiger Bayer? / Stirbt der Aprilscherz aus? - Von Sven Hecker, MDR KULTUR mdr.de/kultur/aprilscherz-herkunft-bayern Quelle: Aprilscherze in Berlin - Von Marcus Schwarze, Berliner Morgenpost morgenpost.de/berlin/Aprilscherze

#Berlin #Geschichte #Goldelse #Aprilscherz

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