Alles rund um den Muttertag


Wo liegt eigentlich der Ursprung nach dem Wunsch, unsere Mütter zu ehren? Fälschlicherweise wird oft davon ausgegangen, dass der Muttertag eine Erfindung der geschäftstüchtigen Blumenindustrie ist, aber der Ursprung liegt tatsächlich ganz woanders. Erste Ansätze:

Schon im alten Griechenland wurde Göttin Rhea, die Mutter des Gottes Zeus und sogenannte Urmutter der Menschheit für ihre Fruchtbarkeit und Mutterschaft geehrt.

Die Römer verehrten die Mutter Erde Kybele und den himmlischen Attis, der Kybele mit seinem Blut befruchtete, um die Welt entstehen zu lassen.

Unter Heinrich III gab es im 13. Jahrhundert in England an einem Sonntag im Jahr, den sogenannten Mothering Day, an dem die Menschen mit ihren Familien in die „Mutter Kirche“ gingen, um diese zu verehren.

Bereits Napoleon schlug 1906 die Einführung eines Muttertages vor. Dieser wurde aufgrund der Schlacht von Waterloo aber nie umgesetzt.

Muttertag als nationaler Feiertag:

1914 wurde zum ersten Mal in den USA der Muttertag als nationaler Feiertag gefeiert. Den Ursprung hierfür lieferte die Frauenbewegung in Amerika und England Anfang des 20. Jahrhunderts.

Als Urheberin des modernen Muttertages gilt die Methodistin Anna Jarvis, die am 9. Mai 1907 am 2. Todestag ihrer Mutter, Ann Marie Reeves Jarvis, 500 weiße Nelken vor der Kirche an andere Mütter verteilt hatte. Der 9. Mai 1907 fiel damals auf den zweiten Sonntag im Mai. Anna Jarvis knüpfte somit an dem bereits geleisteten Versuch ihrer Mutter im Jahr 1865 an, die versuchte eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day zu gründen. Im Jahr 1912 gründete Anna Jarvis die Organisation Mother’s Day International Association, die den Feiertag auf der ganzen Welt populär machen sollte. Ihr Ziel wurde zur Lebensaufgabe wofür sie ihre gesamte Energie aufbrachte. Sie schrieb etliche Briefe an Politiker, Geschäftsleute und Frauenvereine, dass zum einen dazu führte, dass sich recht schnell immer mehr Anhänger fanden und zum anderen, dass der damalige Präsident Woodrow Wilson den 8. Mai 1914 zum gesetzlichen Feiertag in den USA erklärte. Nachdem Anna Jaris so viel Elan und Energie geopfert hatte, um diesen Feiertag ins Leben zu rufen, kämpfte sie nachdem er zum gesetzlichen Feiertag wurde, ihr restliches Leben wieder für die Abschaffung. Die Intention einen friedensstiftenden Feiertag zu schaffen, wurde zu ihrem Unmut ein kommerzialisierter Feiertag, dessen wirtschaftliches Potenzial viele Geschäftsleute erkannten und ausnutzten. Der Muttertag wurde zum konsumreichsten Tag vor Weihnachten.

Der Muttertag in Deutschland:

In Deutschland wurde der Feiertag offiziell im Jahr 1923, in dem Jahr als Anna Jarvis ihren Widerstand gegen den Feiertag begann, am zweiten Maisonntag auf Betreiben des Verbands der deutschen Blumengeschäftsinhaber ins Leben gerufen. Einen Feiertagsstatus erreichte der Muttertag in Deutschland aber erst 1933 im III. Reich unter den Nationalsozialisten und wurde in den Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter unbenannt. Denn nach der Nazi-Ideologie waren die Mütter die Gewährleistung für den Fortbestand der arischen Rasse und wurden mit dem goldenen Mutterkreuz geehrt, nachdem sie acht Kinder zur Welt gebracht hatten – was dem Feiertag einen negativen Beigeschmack anhaftete.

Der Muttertag in Ost und West:

In der DDR, die unter dem Einfluss der sozialistischen Sowjetunion stand, wurde der Muttertag nicht gefeiert. Anstelle des Muttertags, der als westlich-reaktionärer Nazifeiertag angesehen wurde, wurde der Internationale Frauentag am 8. März gefeiert. Im Fokus lagen dabei die Selbstständigkeit und die Gleichberechtigung der 90% werktätigen Frauen. Natürlich gab es trotzdem Familien, die auch den Muttertag unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert haben.

In der BRD erhielt der Muttertag den Status eines nicht-offiziellen Feiertages. Sowohl in Ost und West wurde den Müttern am Ehrentag im Haushalt geholfen oder sie wurden mit Frühstück im Bett und selbstgebastelte Geschenke verwöhnt. In der BRD galten Blumen als das bevorzugteste Geschenk zum Muttertag, welche in den DDR-Läden nicht ganz so einfach zu bekommen waren. Als Alternative wurden auf Blumen aus dem Park oder dem eigenen Garten zurückgegriffen. Beliebt waren aber auch Halloren Kugeln und die Mocca Perle in dem 2cl Fläschchen, die man mit viel Glück oder über Bekannte bekam.

Muttertag weltweit:

Hier eine kleine Auswahl wie und wann der Muttertag in anderen Teilen der Welt gefeiert wird.

Frankreich: 1950 wurde das Fêtes des Mères zum offiziellen Feiertag ernannt. Fällt dieser Sonntag auf den Pfingstsonntag, dann wird der Muttertag auf den 1. Sonntag im Juni verschoben.

GB und Irland: Hier wird der Mother’s Day mit einem Mothering Cake am 4. Sonntag vor Ostern gefeiert.

In der Mongolei gibt es keinen Muttertag, dafür gibt es aber alternativ am 1. Juni den Eltern-Kind-Tag, an denen Familien einen schönen Tag zusammen verbringen.

Am 2. Maisonntag werden in Griechenland im gesamten Haus Blumen verteilt und gemeinsam mit der Familie wird selbstgebackener Honigkuchen gegessen.

Erst seit der Nachkriegszeit fällt der Haha no Hi in Japan auf den 2. Sonntag im Mai. In den 1930er und 1940er Jahren wurde der Muttertag immer am 6. März, zum Geburtstag der Kaiserin Kojun, gefeiert.

In Äthiopien fällt der Muttertag mit dem Beginn der Regenzeit (Oktober oder November) zusammen. Kinder besuchen für mehrere Tage ihre Mütter und es wird gemeinsam gegessen und gefeiert.

Im Iran fällt der Muttertag auf den Geburtstag Fatima bint Mohammed, der Tochter des Propheten Mohammed.

Ganz anders läuft der Muttertag in Serbien ab. Dort schleichen sich die Kinder ganz früh zu der schlafenden Mutter und binden ihre Füße fest. Nur gegen ein Lösegeld in Form von Süßigkeiten wird die Mutter befreit.

Quellen: https://www.philognosie.net/kunst-kultur/muttertag-seine-geschichte-herkunft-und-bedeutung https://www.theology.de/kirche/kirchenjahr/muttertag.php https://www.lottoland.com/magazin/muttertag-international-wie-werden-muetter-weltweit-gefeiert.html

Foto: Stern.de

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